Sie gehen in die Theatersäle
ganz ordentlich geschmückt,
blicken als ob das Großhirn fehle:
Immer recht nett und verzückt.
An jedem Gatten ne Gattin dran,
die gibt´s nur in dieser Form,
So kraxeln sie die Ränge entlang,
In der Mittelspur ihrer Norm.
Dann blicken ihre Minen stumm
auf fleißige Menschen herab
Als ein einiges Publikum
Dem man kleine Hinweis gab,
So denken sie alle, die Köpfe nach […]
Alltagssamstagabendtheater
Pflichtbesuch
Du schläfst seit einer Weile schon
die Hände kalt und taub.
Starre Blüten über dir
und Schritte schnell und laut.
Du schläfst seit einer Weile schon
die Augen müde geschlossen
über dir Sonne und Mond
und keine Tränen vergossen.
Du schläfst seit einer Weile schon
der Mund gewohnheitsstill.
Lippen zeigen ein kneifendes Muss
und niemals Möchte und Will.
Du schliefst dein ganzes Leben schon
bewerkendes Geschmück.
Das Ende nahm […]
Kirchenmaus
Im Kloster ist kein Abt zuhaus
die Laus läuft über seine Leber
es wohnt dort nur die arme Maus
und schnüffelt fleissig Kleber
Die Geschichte vom geilen Geist
Es ging einmal ein alter Bayer,
mit Stein am Fuß in einen Weiher.
Das Jahr war jung, der Tag war alt.
Der Mann schwomm rum und starb auch bald.
Und seit diesem einen Tage,
quält sein Geist wie eine Plage,
junge Mädchen, die zum Bade,
eintauchen, ins Nass, die Wade.
Dann schnellt hervor aus düstrem Sand,
das, was einst war des Alten Hand.
Er packt […]
Zeitreise
Wo ist es hin?
Das Licht der Straßenlaterne.
Einst mit großer Vorsicht
in der Nacht entfacht.
Deren Licht den Weg erhellte.
Das Geknister in durchbrochener Stille.
Sicherheit versprach.
Kein Ripper konnte Angst verbreiten
in Londons Straßen.
Sobald das Licht entzündet war.
Und im Schatten der Laterne
Jemand wartete.
Zeit kann keine Ziegel brennen,
Sand wieder zu Felsen machen,
Leinen knüpfen, Briefe schreiben.
Wie der Schatten uns umarmte,
als wir uns im […]
Von dir
Worte tun weh
sie schneiden
sind messerscharf
wie die Kanten des Papiers
auf dem ich sie schreibe
Worte erstrahlen
in allen Farben
wie die Tinten
mit denen ich sie schreibe
Worte sind so kostbar
Worte sind so wunderbar
Worte sind so furchtbar
Worte sind so sonderbar
Wenn sie von dir kommen
Glück suchend
hastig eilend auf der Suche,
rasend Herzens jage ich.
selbstverlierend, blind vor Glauben,
immer mehr entfernt es sich.
des Herzens fremd und nah dem Boden,
nein, nicht so erwartet‘s mich.
doch könnt ich schätzen was mein Eigen,
würd‘s sich immer wieder zeigen,
würd’s sich spürbar um mich hüllen
und mein Herz mit
Glück erfüllen.
dann könnt ich’s greifen und erleben,
könnt ich’s lehren zu erstreben,
könnt ich’s lieben, […]
schnickschnackschnuck
schnickschnackschnuck.
schere. stein. papier.
wir beide hier
und die entscheidung unseres lebens.
schnickschnackschnuck.
meine hand dir hingehalten
du nimmst sie nicht.
schaust mir müde auf die füße.
nicht mal ins gesicht.
schnickschnackschnuck
schere schneidet papier.
hätten wir das früher gewusst,
dann hätte ich vielleicht…
schnickschnackschnuck
du bist doch nicht so teilnahmslos
wie ich anfangs dachte.
an deiner linken wange tänzelt
eine träne elegant
in meine hand.
papier wickelt stein ein.
unentschieden.
schnickschnackschnuck
zittrige hände.
die welt steht kurz […]
Nur das, nicht mehr
Seit ich sie sah, schlagen zwei Brüste in meinem Herz!
Fremd(w)ort
Vor dem Uns zum Du: Gibt es ein Leben nach dem Ich?
Der Katz!
Wellenförmig liegt die schlanke Katz
unter dem Asphalt herum, der Magen umgedreht.
Ein beissender Gestank umgibt den stillen Tanz.
Träge Fliegen schwirren, Maden laben sich am Fleisch.
Die Knochen biegen sich, gepaart mit Fell und ein paar Zweigen.
Ein Stummel Kippe ziert das Ganze und die Sonne gibt noch Glanz dazu.
Das arme Tier, es hat nun […]
Night
Beauty of the night
Though thee filled my dark dreams
I keep calling thee
nicht zu ende denn anfangen ist grausam.
die realität fast vergessen im taumel der gefühle,
gründe für die art des ichs sind es so viele.
aus prinzip der stimme dümmlich stark verschlossen,
dem anderen aus nächster nähe mit schmerz ins gesicht geschossen.
gedanken die du vielleicht in deinem kopf nicht willst,
unverhohlen abgrundtief gar aus versehen des anderen seele grillst.
Die Villa, der Schrei und Sie
Die Villa inhaliert ihr letztes Mal, bevor sie im Sturm zusammenfällt, das Szenario umstellt von monotonen Monolithen, von Innen nach Außen – kaputte Stöße, überworfene Bildfetzen, Moleküle der Macht zerstäuben zu Filmmusik, ein Riss durch das was war, immer wieder, und wieder, wieder, sinken nieder, vor dem Schrei, die einzelnen Glieder.
Kleider bilden ihre […]
Sterntage 3
IchmöchteeinenneuenSternfindenundihnAxolotlnennen.